Wenn Friedrich Merz in einer Rede von „Machtergreifung“ spricht, ist das kein stilistischer Ausrutscher – das ist politische Geschichtsvergessenheit in Reinkultur.
„Machtergreifung“ ist kein beliebiges Wort. Es ist der Begriff, mit dem die Nationalsozialisten 1933 ihren Weg zur totalitären Herrschaft beschrieben und legitimiert haben. Wer dieses Wort heute in den Mund nimmt, um politische Gegner oder gesellschaftliche Entwicklungen zu beschreiben, verharmlost nicht nur die deutsche Geschichte – er entwertet sie.
Dass ausgerechnet der Vorsitzende der CDU, der sich gerne als Staatsmann und Hüter der Mitte stilisiert, zu solchen Formulierungen greift (oder greifen lässt), wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der politischen Kultur in diesem Land. Entweder er weiß nicht, was er sagt – dann ist er ungeeignet. Oder er weiß es – dann ist es noch schlimmer.
Der WerteUnion Verein steht für eine klare, historisch wache und unideologische Politik. Wir lassen uns weder von linken Moralpredigern noch von CDU-Sprachpannen den Blick auf die Wirklichkeit verstellen.
Wer „Machtergreifung“ sagt, sollte wissen, was er tut. Und wer es nicht weiß, sollte die Redenschreiber austauschen – oder gleich selbst den Hut nehmen.